Sommer zum Anziehen

Und plötzlich war er da. Mit diesem Gedanken hatte sie nicht gerechnet. Er saß ihr wie ein Handschuh. So hatte sie an ihre liebste Jahreszeit noch nie gedacht.„Sommer zum Anziehen“ – das wäre ein schöner Gedichtstitel, dachte sie. Aber wie das Gedicht lauten sollte, wusste sie nicht. „Was hieße es, einen Baum anzuziehen?“, fragte sie sich. „Oder einen Vogel. Oder gar eine Blume – eine ganz bestimmte“. Mit dem Baum fühlte sie sich dick angezogen, doch nicht zu warm. Eine angenehme Baumrinde? Ein Gezwitscher wäre zu bunt, zu laut. Und eine Blume? Nein, zu berechenbar. Sie blieb bei der Baumrinde und fühlte sich ernst genommen.


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